|
Die
Familie Bouget zu Aachen und Odenkirchen
I.
- Jacques de Bouget (auch Bougy oder Bouge) war Kapitain und
Bürgerhauptmann zu Aachen. Er testierte am 19. August 1684
und starb bald darauf.
"Am
15. Juni 1679 schenkte der spanische Kavallerieoberst Jakob Freiherr
v. Herbet seinem Kriegsfreund Kapitain Jakob Bouge und dessen Frau
Agnes Kloecker, als Dank für jahrelange Pflege sein am 20.
Juli 1662 vom Freih. Heinrich v. d. Leyen und Anna Elisabeth v.
Flörsheim gekauftes freies, der kaiserl. Majestät unmittelbares
adeliges Schloß Neuhumsbach mit den dazu gehörigen Wiesen,
Weihern, Dörfern, Wäldern, hoher und niederer Gerechtigkeit,
Civil- und Kriminaljuridiktion u. s. w. " (A. R. P. 390). [Beim
Reichskammergericht wurde unter Aktenzeichen H 279/1304 bei einer
Streitsache der Familie v. Hannet wegen Ansprüchen auf Haus
Beeck im jül. Amt Randerath (Selfkantkr. Geilenkirchen–Heinsberg)
Maria von Hannet als Gattin des Jaques de Herbet erwähnt. Hier
wurde
vorgetragen , daß Maria von Hannet, Tochter des Adrian v.
Hannet und der Maria v. Wesenbeck das Gut Neuenheimsbach (Neuheimsbach/Neuhemsbach)
in der Pfalz erhalten habe, das ihr Vater dem Baron von der Leyen
(Ley) für 9000 Rtlr. abgekauft hatte.]
Am
14. Februar 1682 verkaufte Jakob v. Bouget den Anteil seiner Gattin
am Kloeckerschen Stammhause vor dem Kölnmitteltor an seinen
Schwager Johannes Kloecker und dessen Frau Margarethe Tourniel.
(vgl. Hermann Friedrich Macco, Aachener Wappen und Genealogien,
1907, Band I, S. 52)
Er
heiratete am 2. Juli 1670 zu Aachen Fräulein Agnes Kloecker,
die als Tochter von Herrn Franz Klöcker und Frau Gertrud
von Contzheim einer einflußreichen Aachener Patrizierfamilie
entstammt und sich nach seinem Tode am 26. Februar 1686 mit dem
reichen Kaufmann Johannes Senden im Hause zu Landskron vermählte.
Aus der Verbindung stammen:
1.
Marie Elise de Bouget, getauft am 25. März 1671.
2.
Adam Balduin de Bouget, getauft am 7. Mai 1673 zu Aachen.
Er wurde am 27. Mai 1694 Rentmeister der Deutschordens-Komturei
S. Gilles. Am 2. Juli 1723 nahmen Adam Balduin und seine Geschwister
Maria, Magdalena und Franz 2500 Tlr. von Frau Susanne v. Fisenne,
geb. v. Thenen, auf und stellten dafür ihre drei nebeneinander
liegenden Häuser auf dem Komphausbad zum Pfand.
Seine
Tochter Maria Josepha Francisca Regina de Bouget wird mit
Maria Derichs, Joannes Schiffelers, Nicolaus Martels am 27. April
1745 bei der Taufe von Franciscus Nicolaus Schiffelers, Sohn von
Cornelius Schiffelers und Elisabetha Stassen aufgeführt.
3.
Magdalena Franziska de Bouget, Weinhändlerin, getauft
im Jahre1675, verstorben im Jahre 1703.
4.
Henri Francois Comte de Bouget, der die Linie fortsetzt.
II. - Henri Francis Comte de Bouget (auch Bougy oder Bougee)
wurde am 2. August 1684 zu Aachen getauft und verstarb im Jahre
1743. Er war Kurkölnischer Hofkammerrat und Rentmeister der
Deutschordens-Komturei S. Gilles zu Aachen. Ihm gehörte der
Gasthof zum Löwen, in dem sich Friedrich der Große während
seiner Brunnenkur vom 26. August bis 9. September 1742 einquartierte.
(vgl. Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, Bd. 13, S. 213,
1891)
In
diesem sehr angesehenen Gasthof mietete Herr Richard Reumont am
24. März 1766 den großen Ballsaal zur Errichtung eines
zweiten Spielsaals. Aus den, für das Spielprivileg an die Stadt
Aachen gezahlten, bedeutenden Abgaben konnte die Stadt für
Schulen, Theater, Armenpflege usw. verwenden. Einer der Partner
Reumonts für den Spielbetrieb war der holländische Major
Nugent. Bei diesem Maison Bouget handelt es sich um das Haus in
der Comphausbadstraße zu Aachen, welches 1768 von Brammertz
gekauft wurde, später "Redoute" genannt wurde und
heute noch in seinem alten Glanz als "Altes Kurhaus" erhalten
ist.
Der
Familie Bouget gehörte ebenfalls das Gut und herrschaftliche
Haus zu Seffent, das 1780 an den Chevalier de Bellegarde verpachtet
war. (vgl. ZAG, Bd. 55, S. 120 ff., 1933/34) Neben ihrem Reichtum
war die Familie auch wegen der vortrefflichen Schönheit ihrer
Töchter weithin bekannt. So schrieb am 10. Juni 1736 M. l´Abbé
Delaporte in seinem "Le Voyageur Francois, ou la connoissance
de láncien et du Nouveau Monde, Band 20, S. 412: "L´auberge
de Madame Bougy est une des maisons les plus connues de la ville
d´Aix, & Mademoiselle Stinnete, l´une de ses filles,
un des plus jolis meubles de l´auberge."
Am
6. Mai 1729 heiratete er in Neukirchen bei Hülchrath (Hochneukirchen)
das adelige Fräulein Anna Johanna Mechtildis Adriane Calls
(de Call), Tochter des Vogtes von Hülchrath, Eric Adolf
de Call und seiner Gemahlin Marie de Schellens mit Dispens
vom Aufgebot. Sie verstarb im November 1780 in einem Hause auf der
Immunität des Liebfrauenstifts. Aus
dieser Verbindung stammen zehn Kinder:
1.
Maria Agnes Jakobine de Bouget, getauft am 24. Februar 1730
in S. Foillan, heiratet am 16. März 1749 den holländischen
Capitain Jean Antoine des Champs de Ruttan Comte de Parois.
2.
Klemens August Bernhard de Bouget, der die Linie fortführt.
3.
Maria Magdalena Therese de Bouget, wurde am 11. Januar 1733
getauft und verstarb am 6. März 1796. Sie heiratete am 29.
Juli 1750 den englischen Admiral Sir Charles Knowles 1st
Baronett of Banbury, Sohn von Sir Charles Knollys Earl of Banbury
und Lady Knollys und Nachkomme des Statthalters der Niederlande
Sir Thomas Knollys, der im Jahre 1571 Ottilia v. Merode
heiratete. Weiterhin war Sir Charles Nachkomme von Sir Francis
Knollys (1514-1596), der Minister unter Elisabeth I. und Bewacher
von Maria Stewart war und zu den Vorfahren von Sir Winston Leonard
Spencer Churchill (1874-1965) und der Kronprinzessin
von Großbritannien und Nordirland und Fürstin von Wales
Lady Diana Frances Spencer (*1961 †1997), gen. Lady
Di, zählt.
Er
wurde im Jahre 1704 in London, Bulstrode Street, geboren und verstarb
am 9.12.1777 im Alter von 73 Jahren in Guildford, Surrey. Bei der
Hochzeit mit Maria Magdalena Therese Bouget tritt der Fürstbischof
von Lüttich Francois Charles de Velbrück als Trauzeuge
auf. Von 1745 bis 1748 war Knowles Gouverneur von Louisburg, Nova
Scotia, 1752 bis 1756 Gouverneur von Jamaica und wurde schließlich
im Alter von 66 Jahren im Jahre 1770, nach seiner Entlassung aus
der Royal Navy mit königlicher Erlaubnis, Präsident der
russischen Admiralität unter Kaiserin Katharina von Rußland.
Sir Charles Knowles führte erfolgreich den Einsatz der russischen
Marine im Befreiungskrieg gegen die Türken. In der glorreichen
Schlacht von Çesme vom 5. bis 7. Juli 1770 konnte der osmanischen
Flotte eine vernichtende Niederlage durch die russische Marine beschert
werden. Knowles wurde im Jahre 1774 im Alter von 70 Jahren in den
verdienten Ruhestand entlassen, nachdem am 21. Juli 1774 der Friede
von Küçük Kaynarca endgültig den Untergang
des Osmanischen Reichs besiegelte (siehe
auch: http://www.blupete.com/Hist/BiosNS/1700-63/Knowles.htm).
Im
Friedensvertrag von Kaynarci wurde die engültige Niederlage
durch das Osmanische Reich anerkannt, welches die besetzten Gebiete
nördlich des Kaukasus, die südliche Ukraine und die Krim
freigab. Weiterhin wurde dem Russischen Reich der freie Schiffsverkehr
auf dem Schwarzen Meer sowie die Durchfahrt durch den Bosporus garantiert.
Fortan übernahm Russland den Schutz aller Christen im Osmanischen
Reich, insbesondere der bis dahin stets durch die moslemischen Türken
verfolgten orthodoxen Griechen, Georgier und Armenier.
Aus
dieser Verbindung stammen:
A.
Anna Charlotte Christina Knowles wurde am 20. November 1752
in Kingston getauft und verstarb am 15. Mai 1839. Sie wurde als
Hofdame am russischen Hof unter Kaiserin Katharina der Großen
von Rußland geführt. Sie heiratete am 29. März 1781
den englischen Kapitän John Winder mit dem sie drei
Kinder hatte.
B.
Sir Charles Henry Knowles 2nd Baronett of Banbury wurde am
24. August 1754 in Kingston, Jamaika, getauft, trat in die Fußstapfen
seines Vaters und wurde ebenfalls Admiral der Royal Navy. Er verstarb
am 28. November 1831. Am 10. September 1800 heiratete er die Baronesse
Charlotte Johnstone, Tochter von Sir Charles Johnstone
of Ludlow und Lady Mary Beddoe, getauft am 2. Januar
1782 und verstorben am 9. Juni 1867. Aus dieser Ehe stammen sieben
Kinder, von denen der erste die Admirals-Tradition in der Royal
Navy fortsetzte:
a.
Sir Francis Charles Knowles 3rd Baronett of Banbury, 1802
bis 1892, heiratete am 17. Januar 1854 zu Halifax
Mary Ellen Thomson, geboren in Annapolis, Nova Scotia, als
Tochter von Sir Cathcart Thomson und Lady Ellen Howe.
Sie verstarb acht Jahre nach der Hochzeit im Jahre 1862 auf Malta.
Aus dieser Verbindung stammen fünf Kinder: Sir Francis H.S.
Knowles , britischer Offizier, heiratete Ms. Kathleen Lennon
22. April 1914 zu Dublin, Irland; Theresa Blanche Cathcart Knowles,
heiratete Gordon McL. Cameron zu Oxford Summertown, England,
am 28. June 1911; George Knowles; Robert Knowles; Eileen Knowles,
war Brautjungfer auf der Hochzeit ihrer Schwester Theresa.
4. Maria Christine Josefine de Bouget, genannt "la belle
Stinette", wurde am 31. Oktober 1734 getauft in St. Feuillen
zu Aachen und heiratete auf Drängen Velbrücks, der in
diesem Jahre Fürstbischof wurde, am 30. November 1758 den Lütticher
Advokat und späteren Bürgermeister Baron Nicolas Mathieu
de Graillet et d´Oupeye, nachdem dessen erste Frau Marie
Catherine Pauline de Chestret im Jahre 1758 verstarb. Er war
der Sohn von Mr. Gilles Choré de Graillet und Madame
Marie de Mawet, wurde am 16. September 1719 zu Lüttich
geboren und verstarb dort am 12. Juni 1796. Im Lütticher Musee
d´Ansembourg hängt ein Portrait von Maria Christine Josèphe
und zeugt noch heute von ihrer besonderen Schönheit (siehe
linken Rand!). Ein Gemälde von Paul-Joseph Delcloche, welches
ein Konzert in der Burg Seraing darstellt, zeigt Marie Christine
neben Velbrück. Sie verstarb im November 1775 und wurde in
der Recolettenkirche zu Aachen begraben.
Stinette wird bereits lange vor Ihrer Hochzeit Geliebte des Lütticher
Fürstbischof Francois Charles de Velbrück, der
am 11. Juni 1719 in der Nähe von Düsseldorf als Sohn des
Grafen Maximilian Heinrich von Velbrück und seiner Gattin
Marie-Anne de Wachtendonck de Germenseil geboren wurde und
am 30. April 1784 zu Lüttich verstarb. Mit Velbrück hat
sie im Abstand von elf Jahren zwei Söhne:
A.
Charles Francois Antoine Marie Baron de Graillet, getauft
am 2. Juli 1762 zu Lüttich. Als Taufpaten fungierten Graf Francois
Christophe Antoine de Hohenzollern-Sigmaringen, vertreten durch
den Kanoniker Francois Arnold de Graillet und Gräfin Josèphe
de Vérita, geb Baroness de Welden, vertreten durch Marie
de Graillet, geb. de Mawet. Charles Francois lehnt den Dienst im
Preußischen Heer ab, da dies nicht mit seinen Idealen von
Gleichheit und Freiheit übereinstimmte. Stattdessen wurde er
Offizier des Republikanischen Heeres und galt hier als einer der
hervorragenden Kavallerie-Offiziere. Er fiel im März 1779 als
Lieutenant-Colonel Charles Grailet an der Spitze seines Esquadrons
während eines Angriffs in der Schlach zu Liptingen. Sein Lehrmeister,
der Waffenmeister Nicolas Demeuse von der Leibwache Velbrücks,
widmete seinem hervorragendem Schüler das Buch "Nouveau
Traité de l´Art des Armes".
B.
Francois Charles Louis Baron de Graillet, wurde getauft am
21. Mai 1773 zu Liege. Als Taufpaten sind anwesend der Prinz de
Velbruck und die Comtesse d´Arberg de Valengin, geb. de Horion.
Er war, wahrscheinlich aufgrund seiner Ähnlichkeit zu seinem
leiblichen Vater, der Lieblinssohn des Fürstbischofs. Francois
Charles studierte im Jahre 1784 zu Mayence, wurde im Alter von 11
Jahren von Velbrück als Kanoniker zu St. Lambert eingesetzt
und verstarb am 26. April 1848 zu Haarlem. Er heiratete am 22. März
1795 in Lüttich 1. Anne Catherine Claudine Josephine de
Boniver, Tochter von Mr. Jean des Bonivier dits Fyon
und Madame Marie Jeanne Amate Louvat, die einer alten Familie
aus dem Marquisat Franchimot entstammt und am 6. September 1824
zu Lüttich verstarb. Am 11. Dezember 1844 heiratet er zu Amsterdam
2. Christina Bernadina Rietfort. Francois Charles nimmt mit
zweien seiner Söhne an der Schlacht von Waterloo teil. Inzwischen
verzichtete Francois Charles auf alle seine adeligen und anderen
Titel. Aus den beiden Verbindungen stammen sechs Kinder.
5.
Karl Josef Balthasar de Bouget, getauft am 20. März 1736.
6.
Maria Anna Wilhelmine Gertrud de Bouget wurde am 5. April
1737 getauft und heiratete am 27. März 1770 den holländischen
Oberst Gérard Comte de Nugent zu Richterich. Am 24.
März 1780 tritt sie mit Baron Nicolaus Matthaeus de Graillet
als Patin bei der Taufe von Nicolaus Matthias, Sohn von Chevalier
Ludovicus de Bellegarde und Anna Geradina de Ruthau auf. Dieser
Verbindung entstammt eine bekannte Tochter Johanna Maria Anna
Jacobina de Nugent, die am 20 Juli 1796 zu Simmerath Mr. Anton
Joseph Joachim Greoy de Samer heiratet. Gérard de
Nugent verstarb am 27. September 1790 zu Aachen.
7.
Karl Friedrich Maria (Charles) de Bouget, getauft am 28.
Juni 1739, wird 1773 als Kanonikus der Kollegiatskirche Saint Martin
zu Lüttich erwähnt. Lt. H. Wirtz "Die städtische
Gerichtsbarkeit in der Reichsstadt Aachen", ZAGV 43, 1922 wird
er oder sein jüngerer Bruder Damian bestraft, da er Jemanden
auf offener Straße verprügelt hatte.
8.
Sofie Dorothea Maria Anna de Bouget, getauft am 24. Oktober
1740.
9.
Nikolaus Josef Damian (Damien) de Bouget, wurde am 28. November
1741 in Aachen getauft und verstarb am 2. Februar 1791 ebendort.
Er wird 1788 als Kanonikus zu S. Dionysius zu Lüttich erwähnt.
Lt. H. Wirtz "Die städtische Gerichtsbarkeit in der Reichsstadt
Aachen", ZAGV 43, 1922 wird er oder sein ebenfalls als Kanoniker
tätiger älterer Bruder Charles bestraft, da er Jemanden
auf offener Straße verprügelt hatte.
10.
Baron Ferdinand Maria Franz de Bouget, getauft am 9. Februar
1744 zu Aachen und verstarb am 23. November 1818 in Wien. Er war
königlicher und kaiserlicher Generalmajor im Nassauischen Kürassierregiment
Friedrich August Prinz von Nassau und wurde im Jahre 1768 bereits
als Rittmeister erwähnt. Weitere Beförderung folgen im
Jahr 1788 zum Major, 1791 zum Oberstleutnant und schließlich
folgt im Jahr 1793 die Beförderung zum Oberst sowie die Ernennung
zum Regimentskommandant.
Am 18. März 1793 führte er als Oberst und Kommandant das
Kürassier-Regiment Nassau-Usingen glorreich unter dem letzten
k. u. k. Reichsgeneralfeldmarschall Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld
in der Schlacht bei Neerwinden sowie in den Schlachten von Valenciennes,
Quesnoy und Avesnes-le-Sec. Der Sieg in der Schlacht von Neerwinden
über die Franzosen unter Charles-François Dumouriez
hatte die Räumung des heutigen Belgiens durch die Franzosen
zur Folge.
Am 19. August 1794 (mit Rang vom 17. Dezember 1794) wird Ferdinand
von Bouget als Generalmajor in den Ruhestand entlassen.
III.
Klemens August Bernhard v. Bouget wurde am 2. September 1731
zu Aachen getauft und verstarb am 7. Mai 1779 zu Odenkirchen. Er
war Kurkölnischer Hofkammerrat und wurde zum Vogt zu Odenkirchen
vom Kurfürsten Clemens August I. von Bayern berufen und übte
dieses Amt ab 1761 unter Kurfürst Maximilian Friedrich Reichsgraf
von Königsegg-Rothenfels von Augustenburg aus. Bouget heiratete
am 13. September 1761 das noble Fräulein Anna Katharina
Lindemann, die nach seinem Tode sein Amt als Kellnerin zu Odenkirchen
ausübte, als Textilfabrikantin ebenda tätig war und am
20. April 1793 zu Odenkirchen verstarb.
Clemens
August Bouget gründete im Jahre 1776 die erste Seiden- und
Samtfabrik zu Odenkirchen und wurde ebenfalls als Pächter des
Schlosses Zoppenbroich erwähnt, welches bis Anfang des 19.
Jahrhunderts im Besitz der Familie Bouget blieb.
In seiner "Geschichte der ehemal. Herrschaft und des Hauses
Odenkirchen" schreibt Kaplan Rudolph Wiedemann: "Am 15.
Januar 1776 schrieb der Vogt Bouget an den Churfürsten, er
beabsichtige auf seine eigenen Kosten zu Odenkirchen eine Fabrik
von Mouchoirs de Soyes (seidenen Tüchern), Cordon de Velours
(Samt) und demi Satin (Halbseide) anzulegen; ... So führte
Bouget die Seidenfabrikation in Odenkirchen ein und er hatte damit
ein solches Glück und solchen Erfolg, daß seine Witwe
1783 und 1793 den guten Gang derselben rühmt und den Churfürsten
um freie Abtretung von herrschaftlichem Grund und Boden zur Erweiterung
der Fabrikräume bittet.".
Am
7. Juni 1767 genehmigte der Churfürst dem Vogte Bouget die
Pacht von Gut Zoppenbroich, die am 24. April 1789 seiner Witwe für
weitere 12 Jahre gegeben wird, "weil der Ehegatte das Gut Zoppenbroich
so merklich verbessert hat, aus Dank also und in der Hoffnung, daß
auch die Wittwe Bouget sich das Beste der gemelten Güter ferner
werde angelegen sein lassen."
Aus
dieser Verbindung stammen:
1.
Joannes Jakobus v. Bouget wurde am 1. November 1762 zu Odenkirchen
getauft, seine Taufpaten sind "Nobilij Domus Joannes Jacobus
Lindemann & praenobilij Domina Anna Joanna Mechjtildis Adriana
Call vidua praenobilij Domini Nenri Francisci Bouget (für Clemens
August de Bavaria)", und verstarb am 18. November 1810 zu Paris.
Er besuchte das Montanergymnasiums in Köln und studierte danach
von 1782-84 römisches und Provinzialrecht zu Köln und
Bonn. Das Studium der Philosophie und des öffentlichen Rechtes
absolvierte er zu Göttingen und schrieb schließlich im
Jahre 1783 zu Bonn eine Promotion über ein lehnsrechtliches
Thema mit regionalem Bezug: Dissertatio juris feudalis suum filius
feudum a patre alienatum revocare possit. Cum annexo responso in
causa feudali praetense revocatoria circa castrum et subdynastiam
Juliacensem Burgam feudalis camerae Heinsbergensis feudum.
Johannes
Jakobus Bouget war an der kaiserlichen Kammer zu Wetzlar und beim
Reichsrat zu Wien für Angelegenheiten des deutschen Staates
tätig. Im Jahre 1784 unterstützte er seine Mutter Anna
Katharina Lindemann im Amt des Vogts und Kellners zu Odenkirchen
und war 1785 Angehöriger der kurfürstl. Regierung in Bonn
und Mitglied der Höheren Rechtsprechung. Von 1789 - 1794 wurde
er kurköln. Hofrat und war als Staatsreferendar mit der Aufgabe
betraut, mit den anderen deutschen Staaten zu korrespondieren zur
Wahrung der Interessen des Kurstaates Köln. 1793 wird er unter
den Wirklichen geheimen Räten des Hofrats genannt.
Vom
21.12.1794 bis 1795 war Bouget als Mitglied des Direktoriums der
Bonner Bezirksverwaltung für den Kanton Andernach zuständig
und wurde ab Oktober 1795 Mitglied der Zentralverwaltung in Aachen.
Im Winter 1795/96 verbrachte er mit Vossen mehrere Monate in Paris,
um für die Abschaffung der zwei Generaldirektionen zu plädieren.
Justus
Hashagen zitiert 1908 gerne, da passend zum preußischen Zeitgeist,
eine Kritik Venedays in seinem "Das Rheinland und die französische
Herrschaft: "An
Cromm tadelt er [Veneday] absolute Grundsatzlosigkeit und den abscheulichen
Hang zu persönlicher Plusmacherei. Bouget ist immer noch Bonevivant
und bedarf also viel Geld. Hat er nur Wein, Punsch und Mädchen,
so gilt es ihm gleich, wie es sonst in der Republik geht."
Er geht noch weiter in dem er eine Denkschrift der ehemaligen Zentralverwalter
Bouget, Cromm und Vossen an das Direktorium wie folgt beurteilt:
"Und doch haben die von Veneday so hart verurteilten Verwalter
Bouget, Cromm und Vossen am 13. März 1796, nach ihrem Ausscheiden
aus der Zentralverwaltung, dem Vollziehenden Direktorium eine Denkschrift
unterbreitet, in der sie über die französischen Greuel
- wohl um sich selbst rein zuwaschen - die beweglichste Klage führen."
Ein
Zitat aus dieser Denkschrift spiegelt wohl sehr gut das Leben aus
dieser Zeit wider: "Gab
es einige Gegenden, wo das Volk über Unterdrückung klagen
konnte, so gab es viele andere, wo die Einwohner unter dem Schutze
der Gesetze . . . eine gemägliche Freiheit genossen."
Bouget beschloß am 21.3.1797 zusammen mit den anderen Hofräten
eine Proklamation an die ehemaligen Kurköln. Beamten und wurde
am 6.6.1797 als Mitglied des erneuerten Hofrats Führer des
Direktoriums.
Am
22.09.1797 nahm Johannes Bouget am cisrhenanischen Umzug teil, war
Ende 1797 Mitglied der rhein. Delegation nach Paris und leistete
nach seiner Rückkehr den Treueid an die französische Republik.
1798 wurde er Mitglied der Departementsverwaltung des Roerdepartements
in Aachen vertraut und war im Winter 1799/1800 deren Präsident.
Im August 1804 war er Unterpräfekt von Krefeld und Mitglied
des gesetzgebenden Körpers des Roerdepartements. Am 10. August
1810, drei Monate vor seinem Ableben, wurde sein Mandat als Deputierter
bestätigt.
2. Anna Katharina Josepha Karoline v. Bouget wurde am 10.
August 1764 zu Odenkirchen getauft, ihre Paten waren P R - Dominus
Carolus Bouget Canonicus S. Martin Leodie & nobilij Domina Anna
Catharina Müller Vidua Domini Joes Jacobi Lindemann, Sie verstarb
am 8. Juni 1812 zu Bonn-Sternenburg. Sie heiratete Bernhard Franz
Josef Freiherr von Gerolt, Sohn des Kurkölnischen Hofratsexpeditor
Freiherr Ferdinand Franz Stephan v. Gerolt und seiner Gemahlin
Helena Johanna Theresia Merzenich.
Bernhard
Franz Josef von Gerolt wurde am 15. September 1747 zu Bonn getauft
und stammte von den Gerolt, denen bereits am 3. Januar 1558 zu Prag
das Wappen verliehen wurde und am 16. April 1614 zu Schloß
Linz in Österreich durch Kaiser Matthias geadelt wurde, ab.
Er war Besitzer von Gut Sternenburg bei Poppelsdorf und verstarb
am 30. Januar 1828 zu Bonn.
Nach
dem Studium beider Rechte zu Bonn und Köln hielt Gerolt sich
zu Studienzwecken in Italien auf. Ab dem Jahre 1770 war er als Advokat
bei den Gerichten des Kurfürstentums tätig, wurde 1779
Kurköln. Hofrats Sekretär-Adjunct und im Jahre 1780 Mitglied
der kurfürstl. Regierung. 1789 wurde er Hofrat und Hoheitsreferendarius
und war von 1781 bis 1785 Mitglied des Illuminatenordens. Im Jahre
1787 war er Mitbegründer der "Lese" zu Bonn, von
1790 bis 1793 war er deren Vorsitzender und wurde vom Kurfürst
am 10.09.1790 mit deren Zensur betraut. 1789 und 1807 wurde er vom
Herzog von Nassau mit der Burg zur Leyen in Linz belehnt. 1793 wird
er Geheimer Hofrat und Mitglied des höchsten Appellationsgerichtes
sowei Hoheitsreferendarius.
Zur
Zeit der französischer Regierung wurde Gerolt von Frécine
am 21.12.1794 zum Präsident der Verwaltung des Arrondissements
Bonn ernannt. Im Jahr 1796 war er Präsident der Bezirksverwaltung
Bonn, aus dem er am 30.09.1797 wegen seiner Verwandtschaft mit Bouget
auf eigenen Wunsch entlassen wurde. Am 6.6.1797 wurde er Mitglied
des erneuerten Hofrats und leistete am 3.12.1797 den Treueid an
Frankreich. Am 22.9.1797 nahm er am cisrhenanischen Umzug teil und
wurde im Dezember 1797 Mitglied der patriotischen Gesellschaft.
Ende des Jahres 1797 wurde Gerolt Mitglied des Obertribunals Bonn,
war von 1801 bis 1813 Mitglied der Kantonalversammlung für
Bonnland und im Jahre 1803 Präsident der Kantonalversammlung
zu Bonn. Am 4.2.1803 war er Regierungskommissar am Gericht erster
Instanz in Bonn und wurde am 17./18.04.1805 vom Wahlkollegium mit
64 von 90 Stimmen als Kandidat für das Corps législatif
gewählt. Am 30.9.1805 wurde Gerolt zum Mitglied des Gesetzgebenden
Körpers (Corps législatif) der französischen Regierung
ernannt und war von Februar 1806 bis 1811 Staatsprokurator (Procureur
impérial) am Tribunal mit einem mtl. Gehalt von ca. 275 Fr..
Am
25.2.1806 reiste Gerolt nach Paris ab und nahm zusammen mit dem
Maire, den Adjunkten und einem Angestellten am feierlichen Umzug
beim Napoleonsfest am 15.8.1806 teil. Hierbei trug er seine Amtstracht,
einen violetten Mantel mit großen, weißen, atlasenen
in Gold besticktem Umschlag und Kragen, blau gesticktem Kleid, weißer
Weste und Beinkleider. Abends erschien er auf dem Ball und dem Dinner
im Englischen Hof. Im Jahre 1807 wurde Gerolt Mitglied des Bezirksrates
und Präsident des Stadtkantons Bonn. Im Januar 1811 verlor
er die Wahl zum Kandidaten für das Corps législatif
mit 56 Stimmen im 3. Wahlgang gegen Fischenich mit 59 Stimmen. Im
April wurde die Wahl für ungültig erklärt und er
wurde im Mai wieder als Mitglied ernannt. In den Monaten Juni und
Juli 1811 nahm er an den Tagungen in Paris teil.
Am
14.02.1811 wurde Gerolt wieder in den Arrondissementsrat gewählt,
1813 in Poppelsdorf, 5.5.1811 - 1816 wieder Staatsprokurator (Procureur
impérial) beim neu bestellten Bezirksgericht Bonn und Deputierter
zu Paris. Am 3.2.1814 erhielt er eine Beurteilung durch den Maire
als Legislateur zu Paris: War ehemals geheimer Rat, und ist als
tätiger, geschickter Geschäftsmann, so wie auch im Gelehrtenfache
als Gerichtsfachmann bekannt. Als Deputierter gehörte er dem
französischen Parlament bis zum Untergang des Kaiserreichs
an. Im Jahre 1827 war Gerolt Mitglied des preußischen Landtages.
Aus
dieser Verbindung stammen zehn Kinder:
A.
Ferdinand Franz Stephan von Gerolt, wurde am 15. November
1788 zu Bonn getauft und verstarb dort am 10. Dezember 1788.
B.
Karl Ferdinand von Gerolt wurde am 21. Oktober 1790 zu Bonn
getauft und verstarb am 8. Februar 1851 zu Köln. Er heiratete
am 7. Januar 1835 Fräulein Franziska Maria Helena Antonia
von Pelser-Berensburg, getauft am 7. März 1808 zu Vaals,
verstorben zu Warburg. Aus dieser Verbindung wuchsen vier Kinder.
Er besuchte 1808 das Lycée zu Bonn und schloß im Jahre
1814 sein Jurastudium in Paris ab und war im Feldzug gegen Frankreich
Leutnant des 25. Rhein. Landwehr-Regiment. Im Jahre 1823 wurde er
Instruktionsrichter zu Aachen, 1829 Landgerichtsrat, 1835 Kammergerichtspräsident
zu Elberfeld und war im Jahr 1836 Appellationsgerichtsrat in Köln.
Als Initiator und Mitglied des Dombauvereins hat sich K. F. Gerolt
durch Beschaffung von Mitteln für den Domausbau sehr verdient
gemacht.
C.
Rudolf Jakob von Gerolt, Bürgermeister zu Linz, geboren
am 29. Dezember 1791 auf Burg Sternenburg, verstorben am 22. März
1867 zu Linz. Er wurde Kreisdeputierter und Beigeordneter Bürgermeister
zu Linz und von 1849 -50 war er dort Bürgermeister.
D.
Christine Ferdinande Margaretha Augusta von Gerolt, getauft
am 28. Juni 1793 zu Bonn, verstorben am 8. September 1793 ebenda.
E.
Karl Friedrich Joseph Maria von Gerolt getauft am 26. Juni
1794 zu Bonn, war Leutnant im 28. Landwehr-Regiment, wanderte im
April 1826 nach Mexiko aus und verstarb in Nordamerika.
F.
Christina Franziska von Gerolt, getauft am 16. Juli 1795
zu Bonn, verstorben am 29. Juli 1795 zu Bonn.
G.
Friedrich Joseph Karl Freiherr von Gerolt, kgl. Preuß.
Wirkl. Geh. Rat, wurde geboren am 5. März 1797 zu Bonn und
verstarb am 27. Juli 1879 zu Linz. Er heiratete am 28. August 1837
zu Bonn Fräulein Josephine Henriette Huberta Walter,
Tochter des Hofrats am vormaligen Reichskammergericht zu Wetzlar
Franz Martin Walter und seiner Gemahlin Maria Anna de
Noel, die am 20. März 1803 geboren war und am 16.6.1881
zu Bonn verstarb.
Im
Jahre 1823 war er Bergamtssekretär in Düren, reiste dann
im März 1824 nach Mexiko, wo er ansehnliche Silberminen vermutete.
Er wurde von König Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1830 mit
seinen Brüdern mit dem Rittergut zur Leyen belehnt. 1837 war
er Geschäftsträger in Mexiko, wurde 1846 Außerordentlicher
Gesandter und bevollm. Minister in den Vereinigten Staaten von Amerika,
später Generalkonsul in Washington. Im Jahre 1858 wurde er
in den preußischen Freiherrenstand erhoben.
H.
Franziska Katharina von Gerolt wurde am 29. Oktober 1799
zu Poppelsdorf-Sternenburg geboren. Sie wurde am 15. November 1813
zu Bonn tödlich von einer Pistolenkugel getroffen, die von
Besuchern als Begrüßungssalut abgeschossen wurde.
J.
Joseph Christian Karl Ferdinand von Gerolt wurde am 24. März
1802 geboren und verstarb am 9. April 1802 zu Bonn.
K.
Joseph Christian von Gerolt wurde geboren am 14. Juni 1803
zu Bonn und verstarb am 15. Juni 1803.
L.
Totgeburt von Gerolt (m), 11. Januar 1806 zu Bonn.
3. Benedicta Maria Christina Josepha v. Bouget wurde am 9.
Juli 1767 in Odenkirchen getauft, als Taufpaten sind ein Reverend
Ambrosius vom Orden S. Benedicti aus der Abtey Gladbach und ihre
Tante, die praenobily Domina Maria Christina Josepha de Graillet
nata Bouget, anwesend. Sie heiratete am 3. Juli 1793 Herrn Christian
Joseph Aldenhofen aus Zons. Die Trauung wurde durch den letzten
Abt des Klosters Brauweiler Anselmus von Aldenhofen in dessen
Hauskapelle zu Brauweiler vollzogen. Christian Joseph Aldenhoven
war der letzte Vogt zu Odenkirchen.
In
seiner "Geschichte der ehemal. Herrschaft und des Hauses Odenkirchen"
schreibt Kaplan Rudolph Wiedemann: "Die beiden letzten, auch
jetzt vielen Einwohnern von Odenkirchen noch bekannten Vögte
waren der Hofrath Bouget und sein Schwiegersohn Christian Joseph
Aldenhofen, Mann der Christina Bouget. Aldenhofen, aus Zons a. Rhein
gebürtig, kam nachdem der Hof-Cammerrath Bouget im Mai 1779
gestorben war und dessen Wittwe Anna Catharina geb. Lindemann als
"Kellnerin" die Verwaltung mit Hülfe ihres Sohnes
weiter geführt hatte, 1792 als Vogtsverwalter nach Odenkirchen
und wurde nach dem Tode der Wittwe Bouget (20. April 1793) am 4.
Juli desselben Jahres zum Vogt ernannt; am 23. Juli wurde er als
Vogt vorgestellet und "befestigt" d. h. vereidigt.
Ueber
seine Einführung berichtet der Odenkirchener Bürger Welters
mit folgenden Worten in seinem Tagebuche, welches mir zur Benutzung
von der Familie Welters in Ruhrfeld bereitwillig anvertraut wurde:
"1793 den 4. July ist Kristian Jopes Aldenhoffen zu Fürth
(An der Cöln-Venloer Bezirksstraße zwischen Odenkirchen
und Cöln gelegen.) durch 42 oder 44 Junggesellen zu Pferdt
abgehollet worden und Kurtz geheyrath mit Kristina Boget. Zu Sasserath
haben die (marianischen) Brüder ihn empfangen, es waren hir
vier Triompforten, einen haben die Juden gemacht. Die Junggesellen
haben ein goth Drinkgeld bekommen, die Broderschaft hat aber Bir,
pfeiffen und Tobak genug gehabt" Aldenhofen verließ die
Herrschaft 1795, als dieselbe von der französischen Republik
annektirt wurde.". Im Jahre 1803 kauft sie die Burg Odenkirchen
mit allen Ländereien.
Die
soziale Stellung der Familie Bouget in Odenkirchen mag man daran
ermessen, daß Johannes Jakobus Bouget im Jahre 1762 als 14.
König der Bruderschaft Unserer Lieben Frau zu Odenkirchen fungiert.
Das Hauptschild des Königssilbers stammt von ihm und ist von
seinem Vater dem Vogt Bouget gestiftet. Zum weiteren konnte ich
dem Laurentiusboten Nr. 85 wie folgt entnehmen:
"Im
Taufregister der Pfarre St. Laurentius Odenkirchen findet sich im
Jahre 1769 folgende hochinteressante Eintragung des Pfarrers Adam
Broich: "27. Julii in fossa arenaria an der schießruthen
fuit inventus infans recentissime natus et a me baptizatus, nominatus
Joseph Pantaleon Godefridus, cognomen ejus erit a loco inventionis
Sandkaul. Patrini ejus sunt Godefidus Charles et Domina Anna Catharina
Lindemann uxor praefekti Bouget per aliam." (Am 27. Juli wurde
in der Sandgrube an der Schießrute ein neugeborenes Kind gefunden
und von mir getauft; es erhält den Namen Joseph Pantaleon Gottfried
und nach der Fundstelle den Beinamen Sandkaul. Paten sind Gottfried
Charles und Frau Anna Catharina Lindemann, die Gattin des Vogten
Bouget in Vertretung.) ... Bemerkenswert für die soziale Haltung
ist auch, daß der Schöffe Gottfried Charles und die Frau
des Vogtes die Patenschaft über dieses Kind übernahmen
und damit die Sorge und Verantwortung für dessen seelisches
und leibliches Wohl."
Wertvolle
Hinweise für diese Ausarbeitung erhielt ich von
Thierry
de Bry, Yves Gob, Belgien; Dieter Schäfer, Köln; Frans
Wetzels, Venlo; Jochem Heicke, Berlin; Albrecht W. Bolz, Köln;
Herrn Günter Gerr, Archivar, Bischöfliches Diözesanarchiv,
Aachen; Mr. Deblon, Archivar, Archives de l´Évéché
de Liege, Lüttich; der Stadtbibliothek, Mönchengladbach;
dem Pfarrbüro St. Laurentius in Odenkirchen, Mönchengladbach;
der digitalisierten Bibliothèque Nationale de France, [3]
(http://www.bnf.fr) ; der Online-Bibliothek von Frau Marie-Luise
Carl, [4] (http://freepages.genealogy.rootsweb.com/~mlcarl/indexbib.htm);
der Webseite von Herrn Dr. Stephan Laux vom Lehrstuhl für Rheinische
Landesgeschichte und Neuere Geschichte, Düsseldorf; [5] (www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/geschichte/rheingeschichte/lauxhomepage/recherche.html)
; auf der Seite von Herrn Ra. Peter Landry, Halifax, Nova Scotia,
[6] (http://www.blupete.com/) ; bei der Haute Ecole Enseignement
Supérieur, Liège, [7] (http://www.hemes.be/esas/mapage/personnages/velbruck.html).
Literaturhinweis:
Joseph Hansen, Quellen zur Geschichte des Rheinlandes im Zeitalter
der Französischen Revolution; Hermann Friedrich Macco, Aachener
Wappen und Genealogien; Laurentiusbote, Odenkirchen; Zeitschrift
des Aachener Geschichtsvereins, Rudolph Wiedemann, Geschichte der
ehemal. Herrschaft und des Hauses Odenkirchen; De Maasgouw; Ned.
Leeuw; Burkes Peerages; Ophoven, Continuation du Recueil des seigneurs
bourgmestres de la noble cité de Liege; Justus Hashagen,
"Das Rheinland und die französische Herrschaft",
Bonn 1908; Chev. C. de Borman, Les échevins de la Souveraine
Justice de Liége; J. B. Rietstap, Amorial général;
Heinr. J. Langen, Stammtafel der Familie von Gerolt, 12.12.1927;
The Dictonary of national biography; Th. Gobert, Liége à
travers les ages; M. l´Abbé Delaporte, Le Voyageur
Francois, ou la connoissance de láncien et du Nouveau Monde,
Band 20; Chev. De Limbourg, Armouriaux liégois; Dieter Schäfer;
Peerage and Baronetage; Herbert Weffer, Alte Bonner Familien, in
"Aus Geschichte und Volkskunde von Stadt und Raum Bonn, Festschrift
Josef Dietz, Hrsg. Edith Ennen und Dietrich Höroldt, Bonn 1973.
Erstellt
zu Mönchengladbach-Rheydt im Jahre 2005, ergänzt i. J.
2008 von Wellem Bougie.
©
1998 - 2010 Familienverband Bougie
|